Von Pappschlüsseln und Staatskarossen: |
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Freitag, 23. Juli 2010, 10.00. Auf dem Schulhof des Max-Born-Gymnasiums, oder sollte man besser sagen auf dem offiziellen Staatsplatz von Bornien-Maxogovina, herrschte ein reges Treiben. Schüler-Parlamentarier in Anzügen, große und kleine Bürger des neugegründeten Staates, namhafte Politiker der Nachbarstaaten, lokale und internationale Presse: Es war alles vorhanden, was man bei der Gründungsfeier eines Staates erwartet. Zu etwas Besorgnis führte allein das Wetter; graue Wolkenfetzen und vereinzelte Tropfen sorgten für manchen misstrauischen Blick nach oben. |
![]() VIPs beim Singen der Staatshymne |
Eine Trompetenfanfare leitete den Staatsakt ein. Erstaunte Rufe gingen durch die versammelte Bürgerschaft, als nacheinander beachtliche Staatskarossen in den Schulhof einfuhren. Marko Jevtic, Parlamentsabgeordneter, stellte die Minister, den Kanzler und den Präsidenten vor, die höchst staatsmännisch ihren Wägen entstiegen und auf der Ehrentribüne Platz nahmen. Schulleiter Günter Ost hielt die Eröffnungsrede zum Bornischen Nationalfeiertag, lobte die Schüler für die viele Arbeit, die sie in dieses Projekt investiert haben und betonte das Ziel, mit derartigen Projekten eine gemeinsame Identität der Schulgemeinschaft zu schaffen. „Ich übergebe hiermit symbolisch den Schulschlüssel an die demokratisch gewählten Vertreter von Bornien Maxogovina und habe volles Vertrauen, dass diese sich ihrer Verantwortung würdig erweisen werden!“ Der Staatspräsident Jesse Margolis nahm den massiven Pappschlüssel mit einem leicht abschätzigen Lächeln entgegen und setzte zur Inauguralrede seines Staates an. Nach einem herzlichen Willkommen für alle „besonderen und normalen“ Gäste wünschte er seinen Bürgern, dass die intensive Vorbereitung für das Projekt nun hoffentlich allen vier schöne Tage einbrächte. „Mit dem Erfolg dieses Projekts können wir beweisen, dass auch wir Schüler in der Lage sind, viel zustande zu bringen!“ Anschließend hielt die große Politik Einzug in das kleine, neugegründete Staatswesen. Rainer Wieland, Abgeordneter des EU-Parlaments, nahm die bornischen Staatsgründungsaktionen humorvoll unter die Lupe und sorgte für Gelächter bei den Bürgern: „Es ist hier alles vorhanden, was ein Staat braucht: Nationalflagge, Hymne, Staatskarossen, ein Parlament, allerdings auch wesentlich mehr PS im Fuhrpark als in Realität: Selbst der Umweltminister kam nicht gerade im Drei-Liter-Auto – aber man kann ja noch dazulernen!“ Insgesamt erklärte er, dass der Aufwand bei solchen Projekten vom Profit, den die einzelnen daraus zögen, deutlich übertroffen würde. „Mit Projekten wie Schule als Staat bekommen die Schüler im Kleinen einen Einblick in das Funktionieren von Staatsgebilden im Großen!“ Ursula Hefter-Hövelborn, Stadträtin der Stadt Backnang, überbrachte das Grußwort der Stadt. Die Abschlussrede hielten Dilek Sevinc, Schülersprecherin und Hauptorganisatorin des Projekts, sowie Gregor Häußermann, Kanzler des neugegründeten Staates und Schülersprecher des MBG. „Nach zehn Monaten Planung und hundert Sitzungen danken wir allen für die Zeit, die sie investiert haben und hoffen, dass jetzt alles reibungslos funktioniert!“ Den Abschluss des Staatsakts bildete die bornische Nationalhymne von Stephen Havlic, die vom Staatskomponisten und MBG-Lehrer Helmut Weber vertont wurde und die alle Bornier und Gäste gemeinsam sangen. Mit einem Dank an den Himmel, der die bornischen Gründungsfeierlichkeiten doch vor größeren Regenfluten verschont hatte, zerstreuten sich Bürger, Parlamentarier und Besucher wieder im Bereich des bornischen Staates, um sich an der Vielzahl von Cocktailständen, Sandwichbuden und Massageständen verwöhnen zu lassen oder ihrer geregelten Arbeit in Ministerien, Rundfunk und Gastronomie nachzugehen. |
![]() VIPs bei der Staatsgründung von Bornien-Maxogovina |