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Außenministerin Sonja Frank hält die Antrittsrede. Die neuen Staatsbürger zeigten sich auch bei ihrer Moderation äußerst dizipliniert. |
Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe an Präsident Jesse Margolis legte der Schulleiter des Max-Born-Gymnasiums, Günter Ost, bis kommenden Dienstag seine Ämter nieder und übergab das MBG für diese Zeit in die Verantwortung der Schüler. Das Bewusstsein für Verantwortung zu stärken und die Schaffung einer gemeinsamen Identität seien die wichtigsten Ziele des Projekts „Schule als Staat“, so Ost gestern in seiner Begrüßung. In seiner Antrittsrede zeigte sich der neue Präsident von Bornien-Maxogovina, Jesse Margolis, erfreut darüber, dass die den Schülern übertragene Verantwortung bereits bei den Vorbereitungen intensiv genutzt worden sei, und es sich gezeigt habe, dass sie „doch auch mal was zustande kriegen“. |
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Standesgemäßer Auftritt: Die Minister fuhren mit einer Limousine vor. Schulleiter Ost übergab den Schulschlüssel an Präsident Magolis (rechts). |
Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, sprach auf humorvolle Weise den Auftritt der Parlamentarier an, welche in standesgemäßen Limousinen vorfuhren. So bemerkte Wieland augenzwinkernd, dass der Umweltminister zwar ein Drei-Liter-Auto fahre, es aber wohl eher eines mit drei Litern Hubraum sei. Wieland versäumte es nicht, auch den Lehrkräften zu danken, die hier eine „Extrameile“ für ihre Schüler gingen und diesen die Erfahrung ermöglichten, dass sich gemeinsamer Einsatz auszahle. Er habe neben verschiedenen Geschäften auch Institutionen wie Polizei, Arbeitsgericht und Arbeitsämter auf dem Gelände registriert. Dies zeige, dass das Projekt weit über den bloßen Waffelverkauf hinausreiche. Stadträtin Ursula Hefter–Hövelborn überbrachte das Grußwort der Stadt. Sie forderte die Schüler unter anderem dazu auf, das „Schiff der Demokratie zu schaukeln“. Diese benötige Eigenverantwortung und eine Beteiligung aller Bürger. Sie schloss ihre Rede mit einem „Hoch auf Bornien-Maxogovina“. Dilek Sevinc, Schülersprecherin und eine der Hauptorganisatoren, hielt zusammen mit Georg Häußermann, Kanzler des neu gegründeten Staates, die Abschlussrede. Sie würdigten das Engagement aller Beteiligten, die zehn Monate Planung und hundert Sitzungen in das Projekt investiert hatten. Anlaufschwierigkeiten seien dennoch vorhanden gewesen, räumte der Kanzler ein. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken etwa, sei am Freitag quasi nicht vorhanden gewesen, so Ewald Müller, Lehrer am Max-Born. Für die kommenden Tage versprach Kanzler Häußermann aber einen reibungslosen Ablauf. Mit dem feierlichen Vortrag der eigens komponierten Nationalhymne endete der offizielle Teil der bornien-maxogovinischen Staatsgründung. Interessierte Besucher können den Staat bis Dienstag, 27. Juli, um 14 Uhr gegen eine kleine Visumgebühr besuchen und sich von den verschiedenen Angeboten der Schüler überzeugen. Als da wären Cocktailbars, Imbissbuden oder das Restaurant Chez Gérad. Um die Angebote nutzen zu können, müssen die Besucher die Landeswährung „Bornies“ bei der Zentralbank Bornien-Maxogovinas erwerben. Der Euro wird nichts nützen. Laut Rainer Wieland liegt noch kein EU-Beitrittsgesuch vor. Am Dienstag wird der neue Staat wieder ins Gebiet der Bundesrepublik Deutschland eingegliedert werden. Schulleiter Ost und alle Beteiligten werden dann beruhigt in die Sommerferien gehen können. |
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