479 Freunde und wie man sie pflegt: |
|
Der eine erinnert sich noch an eine Zeit ohne Festnetz zuhause und Fernseher im Wohnzimmer, der andere zumindest an ein Leben ohne ganz Computer. Wieder andere hatten als Jugendliche schon einen eigenen Fernseher im Zimmer, vergnügten sich in ihrer Freizeit zum Graus ihrer Eltern mit Computerspielen und kauften sich noch vor dem Abi ein Handy. Genauso unterschiedlich wie die Geburtsjahrgänge der Max-Born-Lehrer ist auchihre mediale Sozialisation. Eins aber haben dennoch alle MBG-Kollegen gemeinsam: Eine Schulzeit ohne „Web 2.0“, also ohne soziale Netzwerke, über die man online Beziehungen aufbauen, pflegen oder verderben kann. Dementsprechend klafft eine Lücke zwischen der Erfahrungswelt vieler Lehrer und ihrer Schüler: Schüler gehen selbstverständlich mit sozialen Netzwerken wie Schüler-VZ oder Facebook um, pflegen Kontaktlisten mit mehreren Hundert Freunden, mit denen sie Nachrichten, Fotos und Videos austauschen, während ihre Eltern und Lehrer oft kaum wissen, dass diese Netzwerke existieren, geschweige denn, welche Chancen und Gefahren sie mit sich bringen und wie man damit umgehen soll. Der diesjährige pädagogische Tag am Max-Born-Gymnasium, der am Dienstag, 09. März, stattfand und insgesamt unter dem Motto „Gewaltprävention“ stand, hat sich zum Ziel g In Arbeitsgruppen widmeten sich die Kollegen, Eltern und Schüler nachmittags verschiedenen Problembereichen im Bereich der Gewaltprävention, welche sich in der Schule von heute stellen. Wie schaffe ich ein besseres Klassenklima, wie gehe ich mit Trauer in der Schule um, wie reagiere ich im Krisenfall, wie kann ich gegen Mobbing vorgehen, welcher Zusammenhang besteht zwischen Medien, Schulleistung und Gesundheit? Der Gesprächsbedarf zu diesen sehr komplexen Fragestellungen war hoch. In einer anschließenden Plenumsphase wurden die Ergebnisse der Gruppen kurz vorgestellt. Auch das Thema des Einführungsvortrags beschäftigte eine der Arbeitsgruppen noch weiter: Eine Gruppe interessierter Lehrer ließ sich von ihren Schülern ihre Online-Profile zeigen und probierte selbst einige Anwendungen aus. Christopher Sanchez, der Leiter dieser Gruppe, erklärte abschließend mit humorvollem Lächeln: „So manch einer von uns war überrascht, wie schnell man Zeit mit eigentlich banalen Spielchen verlieren kann!“ Vielleicht bringt ja vor dem Hintergrund dieser Erfahrung der eine oder andere Lehrer dem beliebten Schülerargument, für Hausaufgaben sei nachmittags keine Zeit gewesen, in Zukunft mehr Toleranz entgegen… |
![]() Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgrppen werden vorgestellt |
![]() Die Bewirtung durch die Klasse 6b hebt die Stimmung und füllt die Klassenkasse |