Alle sind sie zwischen sechzehn und neunzehn Jahre alt. Alle besuchen die zwölfte Klasse des Max-Born-Gymnasiums. Und in Bezug auf Wirtschaft und Unternehmensführung haben sie einiges auf dem Kasten: Im Musiksaal der Schule fand die Hauptversammlung der beiden Schülerfirmen statt, bei der den Zuhörern ein konkretes Konzept des Schulprojekts vor Augen geführt wurde.
Im Rahmen des Wirtschaftskurses bildeten die Schüler des MBG zwei Firmen, die sich gar nicht einmal so sehr von einer realen Firma unterscheiden. Marktforschung, Zielgruppenbestimmung und Preispolitik sind für diese Jugendlichen längst keine Fremdwörter mehr, sondern mehr oder weniger zur Umgangssprache im Schulalltag geworden. Unterstützung finden die Schülerfirmen bei der RTS Steuerberatungsgesellschaft der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg), die sich für mehrere Schulen - unter anderem auch das Tausgymnasium in Backnang - als Wirtschaftspate engagiert. Mithilfe des sogenannten Projekt Junior des Instituts der deutschen Wirtschaft soll den Schülern wirtschaftliches Handeln und ein Einblick in den ökonomischen Alltag vermittelt werden.
„Max Born to play“ – so nannte eine Schülergruppe ihre Firma, deren Hauptziel die erfolgreiche Vermarktung ihres selbst entworfenen Spiels „Murrpolis“ ist. Eine abgeleitete Form des Kultspiels Monopoly mit Backnanger Spielfeld soll sich mit anfänglich 200 Exemplaren auf dem Markt etablieren und für Gewinn sorgen. „Das Konzept haben wir selbst entworfen, und wir werden es auch selbst verpacken“, erklärt Laurin Holz, Abteilungsleiter der Firma. Jetzt gelte es nur noch, das Spiel auch in Backnanger Spiel- und Buchwarenhandlungen publik zu machen.
Des Weiteren befasst sich die andere Seite in Form einer Merchandising-Firma mit der Produktion und dem Verkauf von schuleigenen T-Shirts, Kugelschreibern und diversen anderen Gegenständen. Unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Adrian Malzer wird ein operatives Marketing betrieben.
Das Projekt wurde zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 gestartet und soll vor den Sommerferien beendet werden. Doch in der Zwischenzeit bleibt den Schülern viel Arbeit, aber auch das Vergnügen an der Wirtschaft.
„In der Regel sind das alles Personen, die sich für die Wirtschaft interessieren“, erklärte Laurin Holz. „Eine sehr tolle Erfahrung und Möglichkeit, das unternehmerische Leben besser kennenzulernen.“
Umso schöner, dass Jugendliche auch in der heutigen Zeit der Wirtschaftskrise mit Ideenvielfalt und Motivation bereits kleine Meilensteine ihrer Zukunft legen. |