Bologna-Reform, Leistungspunkte, Orientierungstest–Dschungel Studienorientierung

9000 Studiengänge in Deutschland, 60 Hochschulen in Baden-Württemberg – mehr als jeder Zweite geht ins Studium ohne hinreichende Informationen. Ergebnis: Häufige Motivationsprobleme, hohe Abbrecher- und Fachwechselquoten, lange Studienzeiten.

Diese Trends führten zu einer Premiere, die am 03. Februar 2010 am Max-Born-Gymnasium stattfand: Unter dem Titel „Wege nach dem Abitur“ fanden sich interessierte Eltern der jetzigen Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und 11 zusammen, um sich von kompetenter Seite über die neuesten Entwicklungen in der Hochschullandschaft und auf dem Arbeitsmarkt informieren zu lassen.

Dieser erstmals stattfindende Informationsabend ist Teil des überarbeiteten Berufsorientierungsprozesses am Max-Born-Gymnasium in der Kursstufe und sollte vor allem der grundlegenden Aufklärung über aktuelle Tendenzen in einer sich stetig verändernden Hochschullandschaft dienen. So werden die Eltern in die Lage versetzt, ihre Töchter und Söhne besser bei ihrem Berufsentscheidungsprozess zu begleiten und zu unterstützen.

Die für die Berufsorientierung in der Kursstufe verantwortliche Lehrerin Antje Barth hatte dazu verschiedene Experten der Studienberatung, der Arbeitsagentur und der Servicestelle SIOB am Wissenschaftsministerium eingeladen, die fachkundig über die unterschiedlichen Hochschuleinrichtungen, Beratungsangebote und den Arbeitsmarkt Auskunft gaben.

So informierte Christiane Westhauser, die Leiterin der Zentralen Studienberatung der Universität Ulm über die Hochschullandschaft in Baden-Württemberg und über Bewerbungs- und Zulassungsverfahren. Susanne Kühn, Berufsberaterin für akademische Berufe an der Arbeitsagentur Stuttgart, machte in ihren Ausführungen deutlich, welchen enormen Einfluss die Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder hätten: „Ermutigen Sie Ihr Kind zu Engagement in diesem Bereich und machen Sie ihnen Mut – Berufswahl ist ein Prozess und nichts, was man zwischen mündlichem Abitur und Abiball erledigen könnte.“ Gerhard Rohr stellte im Anschluss daran die neu gegründete Servicestelle für Studieninformation, -orientierung und Studienberatung (kurz: SIOB) am Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart vor, die für die zentrale Koordination, Steuerung und Unterstützung der vielfältigen Aktivitäten der Studieninformation und -vorbereitung zuständig ist und diesen Elternabend grundlegend konzipierte.

Obwohl der Abend angefüllt war mit einer Vielzahl detaillierter Informationen zum Bologna-Prozess, zu Auswahlverfahren und Bewerbungsvoraussetzungen, wurde von Elternseite ein einhelliges Votum abgegeben: „Eine sehr informative Veranstaltung, die uns zum richtigen Zeitpunkt einen guten Einblick in die Berufs- und Studienwahl unserer Kindern ermöglicht.“