Wer reden kann, gewinnt:
Rhetorik auf dem Stundenplan

 

Seit mehr als vier Jahren gibt es im MBG eine Rhetorik-AG für Schülerinnen und Schüler der elften Klassen. Jeweils für zehn Doppelstunden treffen sich die Jugendlichen am Freitagnachmittag und üben sich in geschliffener Rede und gekonnter Präsentation. Die Idee geht zurück auf einen ehemaligen Schüler, der entsprechende Kurse an amerikanischen Schulen kennen gelernt hat und für seine alte Schule eine Rhetorikolympiade ausrichtet.

Auch wenn der Auftritt vor der Gruppe zunächst schwer fällt und der Stichwortzettel in der Hand zittert, sind kurz vorm Wochenende alle mit Interesse und Aufmerksamkeit bei der Sache. Kritisiert wird der Auftritt von der ganzen Gruppe nach Körpersprache, Lautbildung und Gedankenbildung und oft zeigt sich, dass die eigene Nervosität für die anderen lange nicht so sichtbar war wie selbst vermutet.

Gegen Schuljahresende findet die Rhetorik-Olympiade statt, bei der sich die Schülerinnen und Schüler mit einem selbst gewählten Thema in freier Rede von sieben bis zehn Minuten Länge miteinander messen. Die drei Besten bekommen einen Geldpreis vom Sponsor, alle Teilnehmer aber eine Anerkennung vom Förderverein, der auch den Großteil der Kosten für den Rhetoriklehrer trägt.

Aber auch für den Unterricht erhoffen sich die Jugendlichen Gewinn von den zusätzlichen Stunden, denn in fast jedem Fach muss man Referate halten, ein guter Vortrag verbessert nach Ansicht der Teilnehmer die Note. An den Kurskosten beteiligen sich die Jugendlichen seit diesem Schuljahr mit 25 Mark selbst. Das hat dem Interesse an den Kursen jedoch keinerlei Abbruch getan.

Zusammenfassung aus dem gleichnamigen Beitrag von
Simone Höckele-Häfner in: Magazin Schule 6, (Frühjahr 2002), S. 57
herausgegeben vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Stuttgart